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29. Ausgabe · 2028

St. Walburg

Das gotische Kleinod über Kematen

Das Motiv

Geschichte in Bewegung.

1433 geweiht · ehemaliger Wallfahrtsort auf einem alten Burghügel

Die St.-Walburg-Kapelle liegt auf einem bewaldeten Hügel oberhalb von Kematen in der Gemeinde Sand in Taufers. Sie gehört zu den schönsten kleinen Wallfahrtskirchen des Tauferer Tales und steht an einem Ort, der bereits lange vor ihrem Bau von Bedeutung war. Der Hügel war ursprünglich Standort einer mittelalterlichen Burg, deren Spuren im Gelände und in den Fundamenten noch erkennbar sind.

Die heutige gotische Kapelle wurde 1433 geweiht. Sie ist der heiligen Walburga gewidmet, einer angelsächsischen Benediktinerin des 8. Jahrhunderts, die als Schutzpatronin gegen Krankheiten und Seuchen verehrt wird. Das schlichte Bauwerk fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und bewahrt bis heute die besondere Atmosphäre eines abgelegenen Andachtsortes.

Über viele Jahrhunderte war St. Walburg ein bedeutender Wallfahrtsort. Zahlreiche Pilger kamen hierher, um das sogenannte Walburgisöl zu holen. Nach altem Glauben besaß dieses Öl heilende Kräfte und sollte insbesondere bei Krankheiten und körperlichen Leiden helfen. Der Ruf des Wallfahrtsortes reichte weit über das Tauferer Tal hinaus.

Wie viele Wallfahrtsstätten wurde auch die St.-Walburg-Kapelle während der Kirchenreformen Kaiser Josefs II. gegen Ende des 18. Jahrhunderts geschlossen. Dadurch verlor sie ihre frühere Bedeutung als Pilgerziel. Später wurde sie wieder erhalten und restauriert, sodass sie bis heute ein Ort der Besinnung geblieben ist.

Rund um die Kapelle ranken sich Sagen und Legenden. Der Tauferer Sagenweg führt durch den Wald bis zum Kirchlein und verbindet Geschichte, Natur und Volksglauben. Von ihrem Hügel aus öffnet sich der Blick über Kematen und das Tauferer Tal.

Foto: © TouristInfo Sand in Taufers