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28. Ausgabe · 2027

Uttenheimer Schlössl

Eine Burgruine zwischen Fels, Wald und Geschichte

Das Motiv

Geschichte in Bewegung.

Um 1100 erbaut · Oswald von Wolkenstein war um 1427 Verwalter der Burg

Hoch über Uttenheim erhebt sich auf einem an zwei Seiten steil abfallenden Felsen die Burgruine Schlössl. Wahrscheinlich wurde sie um das Jahr 1100 von den Edlen von Uttenheim errichtet, die während der bajuwarischen Besiedlung in dieses Gebiet kamen. Ihre exponierte Lage machte die Burg zu einem weithin sichtbaren Herrschaftssitz.

Die Anlage war von einer Ringmauer umgeben. Der Palas und die Kapelle lagen etwas tiefer, während sich an der höchsten Stelle der Bergfried erhob, direkt an die Ringmauer angebaut. Noch heute prägt dieser markante Turm die Silhouette der Ruine und bildet das unverwechselbare Motiv der Medaille von 2027.

Wie viele mittelalterliche Burgen wechselte auch das Schlössl im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Zu den Inhabern gehörten unter anderem die Grafen von Görz, die Grafen von Tirol, die Grafen von Wolkenstein-Trostburg und das Hochstift Brixen. Diese Besitzerwechsel spiegeln die politischen Veränderungen und Erbfolgen im historischen Tirol wider.

Eine besondere kulturelle Verbindung besteht zum Minnesänger Oswald von Wolkenstein: Um 1427 war er Verwalter dieser Burg. Damit ist das Uttenheimer Schlössl nicht nur ein Zeugnis mittelalterlicher Wehr- und Wohnkultur, sondern auch mit einer der bedeutendsten Persönlichkeiten der Tiroler Literaturgeschichte verbunden.

Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts wurde die Burg dem Verfall preisgegeben. Seit 1929 befindet sie sich in Familienbesitz und ist heute nicht öffentlich zugänglich. Als Medaillenmotiv steht das Schlössl für Beständigkeit trotz Wandel: Mauern können verfallen, doch ihre Geschichte bleibt sichtbar.

Foto: © Peer · Quelle: Pustertal.org